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Mansfelder Seen im Jahr 1999
Mansfelder Seen

Die Grafen von Mansfeld


Das Geschlecht der Mansfelder Grafen gehört zu den ältesten Dynastien im deutschen Raum. Bereits im 10. Jahrhundert wurden sie als Gaugrafen im nördlichen Hosgau (das Gebiet entspricht ungefähr dem der späteren Grafschaft) geführt.
Der Name Mansfeld taucht schon 973 im Zusammenhang mit einem Besitztausch zwischen dem Erzbischof Adalbert von Magdeburg und dem Abt Werinher von Fulda auf.

Etwa 100 Jahre später taucht der Name Hoyer von Mansfeld das erstemal auf. Er gilt als der Stammvater der Mansfelder Dynastie, die das kleine Land über 600 Jahre lang regieren sollte. Erst dann beugten sie sich dem starken Druck der Sachsen und Magdeburger und verloren schliesslich gegen Ende des 16. Jahrhunderts ihre Herrschaft.

Die Mansfelder Grafen waren zu ihrer Zeit sehr privilegiert. Sie besassen das Münzrecht, das Bergrecht und einige Vertreter des Hauses waren Träger des höchsten kaiserlichen Ordens - dem "Orden vom goldenen Vließ".
Wirtschaftlich war die Grafschaft durch die hohen Erlöse aus dem Kupferschieferbergbau sehr gestärkt. Die Besitzer des Bergbaus konnten fast den gesamten Gewinn einstreichen, ohne Kredite aufzunehmen.

Die so erlangte Machtstellung ermöglichte eine sehr starke Position der Grafen bei Hofe, neue Ländereien konnten gekauft werden, und Burgen, Schlösser, Kirchen, Klöster und Ortschaften wurden gebaut, um den Reichtum der Grafschaft zu repräsentieren.


Die Nachfolger von Hoyer I.

Hoyer I. begründete den Mansfeld-Hoyerischen Stamm.
Sein Nachfolger war sein Sohn, Hoyer II. Dieser erlangte als oberster Feldherr Kaiser Heinrich V. grossen Ruhm und wurde wegen seiner Tüchtigkeit und ratgeberischen Fähigkeiten hoch gelobt. Er gestaltete die Machtkämpfe zwischen dem um die Zentralgewalt ringenden Kaiser und den Sachsen wesentlich mit. In der entscheidenden Schlacht (bei Welfesholz) gegen die Sachsen verlor Hoyer die Schlacht am 11. Februar 1115. Er starb auf dem Schlachtfeld und wurde im Stammkloster Mansfeld (Klostermansfeld) beigesetzt.

Bis 1229 regierte der Stamm der Mansfeld-Hoyerischen Linie. Als im Jahre 1229 Burchard I. starb und keine männlichen Nachkommen hinterlassen hatte, übernahm Burchards Schwiegersohn die Grafschaft und begründete so den Mansfeld-Querfurter Stamm. Die Grafschaft erlebte durch weitere Besitzausdehnungen und Exklaven einen erneuten Aufschwung. Doch dieses Aufblühen brachte natürlich auch Neider mit sich. So versuchten zum Beispiel die Bischöfe von Halberstadt und die Erzbischöfe von Magdeburg militärischen Einfluss zu gewinnen. Dies führte schliesslich 1484 zum Verlust der Oberlehnshoheit an Sachsen.

Ein weiterer herausragender Graf von Mansfeld war Gebhard V., der sogenannte Bergbaugraf, der dem Bergbau einen großen Aufschwung gab. In dieser Zeit kam auch die Familie Luther nach Mansfeld.

Nachfolger Gebhard V. wurde Volrad III. Als dieser 1499 verstarb, waren noch keine regierungsfähigen Nachfolger zur Stelle, so dass Vormünder die Regierungsgeschäfte übernahmen. Als dann schließlich 1501 die Grafen alt genug waren, drängte man sie zur bisher größten Erbteilung, die folgendermassen aussah:

  • Die Grafen Günther III., Ernst II. und Hoyer VI. bildeten die Linie Vorderort
  • Der Graf Gebhard VII. die Linie Mittelort
  • Der Graf Albrecht IV. die Linie Hinterort
  • Die Bezeichnung kommt vom Wohnsitz der Grafen innerhalb der Festung Mansfeld und kam erst später auf.
    Allerdings brachte diese Teilung trotz einem kurzzeitigen Aufschwung wirtschaftliche Schwierigkeiten mit sich. Als die vorderortischen Grafen 1563 ihren Besitz erneut teilen wollten, traten ihre Gläubiger auf und erzwangen die Sequestration.
    Da die Mittel- und Hinterortsche Linie im nächsten Jahrhundert ausstarben, verlor das Grafenhaus Mansfeld seine jahrhundertlange Bedeutung.
    Die Verwaltung übernahm ab 1571 das Oberaufseheramt Kursachsens und zeitweilig auch das von Magdeburg.

    1780 starb mit dem letzten Grafen, der keinen männlichen Nachkommen hinterliess, auch die Mansfeld-Querfurter Linie aus. Alleinige Erbin der Mansfelder Grafen war Gräfin Marie Isabella von Mansfeld-Vorderort-Bornstedt, die 1771 den böhmischen Fürsten von Colloredo heiratete.
    Aufgrund einer Anordnung der kaiserlichen Regierung in Wien, die die Namens- und Wappenvereinigung beider Geschlechter anordnete, wurde 1789 der dritte Stamm, der Colloredo-Mansfeld Stamm begründet.
    Nachkommen dieses Stammes leben heute noch in Österreich und anderen Staaten.

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